Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 1

Platz 1: Antoine de Saint-Exupéry (gelesen: “Der kleine Prinz”)
Kl_Prinz_Cover_01An dieser Stelle möchte ich das Pferd von hinten aufzäumen, um das Ausmaß des Übels besser bewusst machen zu können.
Folgende Ehrungen wurden dem oben genannten Autoren zuteil:
– “Der kleine Prinz” wurde weltweit in 180 Sprachen übersetzt.
– Es gibt 5 Verfilmungen dieses Buches sowie zahlreiche Theater-Adaptionen.
– geschätzte 60% aller Menschen geben “Der kleine Prinz” als ihr Lieblingsbuch an.
– auf die Frage nach ihrem Lieblingszitat antworten ca. 90% aller Menschen mit “Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.”
– In Japan befindet sich “The Museum of the little Prince”
– Der Mond des Asteroiden (45) Eugenia wurde nach dem kleinen Prinzen Petit-Prince benannt.
– Der Asteroid (46610) Bésixdouze ist nach dem Asteroiden B 612 benannt, von dem der kleine Prinz stammt.
– In der letzten Banknotenserie des Französischen Franc vor Einführung des Euro war die 50-Francs-Note Saint-Exupéry gewidmet.

Welches literarische Werk, welcher Geniestreich ist dafür verantwortlich? Continue reading

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Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 2

Platz 2: Hermann Hesse (gelesen: “Der Steppenwolf”, “Unterm Rad”)

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Es ist eine Krankheit, die vermutlich alle Väter befällt, welche sich selbst dem Bildungsbürgertum zurechnen. Sobald die Kinder in ein Alter gekommen sind, in dem der Herr Papa glaubt, nun können sie gefallen an wahrer, großer, kanonisierter Literatur finden, nimmt er seine statistischen 1,6 Nachkommen zur Hand, führt sie zum Bücherregal und reicht ihnen mit ehrfurchtsvoller Stimme einen Band von Hermann Hesse, mit Worten wie: “Dieser Autor ist schon seit 100 Jahren bekannt und beliebt, er hat sogar einen Nobelpreis erhalten und ich bin mir sicher, er wird dir gefallen.” Der Jugendliche nimmt das Buch und fängt an zu lesen, vor allem durch die Feierlichkeit, welche diesem Anlass innewohnte neugierig geworden. Die mäßige Begeisterung, mit der der junge Leser dem nachfragenden Vater antwortet: “Joa, kann man wohl lesen” wird vom stolzen Erzeuger stets als Zustimmung interpretiert, welche wohl bloß in solch jungen Jahren nicht stärker formuliert werden darf. Continue reading

Die List der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 3

Platz 3: Gabriel García Márquez (gelesen: “Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt”, angelesen: “Chronik eines angekündigten Todes”)

3-596-16259-9.243189Es ist schon sehr beeindruckend, wenn Autoren es schaffen, eine in den Grundsätzen interessante Handlung zu einem gähnend langweiligen Buch zu verpacken. Dass Gabriel García Márquez dies beherrscht, beweist er auf den ersten 20 Seiten von “Chronik eines angekündigten Todes” zur Genüge. Was ihn jedoch von vielen anderen Autoren zudem deutlich abhebt ist die Kunst, um eine nicht vorhandene Handlung ganze Romane und Novellen zu stricken, die jedem Anästhesisten die Arbeit erheblich erleichtern. Continue reading

Die Liste der überbewertetsten Autoren – Platz 4

Platz 4: Cornelia Funke (angelesen: “Tintenherz”, “Geisterritter”)

titel_geisterritter_1Autoren, welche im Jahrestakt neue Bücher auf den Markt werfen, die sich stets erfolgreich verkaufen, sind entweder besonders kreativ und begabt, oder aber sie haben eine äußerst geschickte Marketingstrategie, so dass sich ihr Name irgendwann quasi von alleine verkauft. Die Antwort auf die Frage, welche der beiden Optionen auf Cornelia Funke zutrifft fällt nicht schwer. Die Autorin wirft nicht ein Buch pro Jahr auf den Markt, nein mitunter ist es ein Titel pro Quartal, der den Buchmarkt überschwemmt. Dass da die Sprache häufig auf der Strecke bleibt und die Plots anmuten wie (un)geschickt zusammengeschnittene Ideen  der ganz großen Kinder- und Jugendbuchautoren ist nicht weiter verwunderlich. Continue reading

aus aktuellem Anlass

 

Kann man Autoren verreißen, wenn man nicht deren gesamtes Werk von A-Z studiert hat? Darf man gar Bücher verreißen, die man nicht einmal komplett gelesen, sondern nur angelesen hat? Was heißt “angelesen” überhaupt? Zwei Seiten und tschüss?
Hierzu folgendes: Ich habe mich in dieser Liste nur Autoren gewidmet, mit deren Werk ich mich auf dem ein oder anderen Wege intensiv beschäftigt habe. Dazu gehört zum einen das Lesen der Bücher. Oder das anlesen, was meint, dass ich mindestens die Hälfte des Buches gelesen habe, bis zu einem Punkt, an dem ich wusste “Was auch immer da noch kommen mag, wie auch immer es weitergehen mag, das wird nüscht mehr.” Aber auch dann habe ich die Bücher nicht aus der Hand gelegt, sondern weitergeblättert, vorgeblättert, aus der kindlichen Neugierde heraus, ob der Autor es vielleicht nicht doch noch irgendwie schafft, das Ruder herumzureißen. Continue reading

Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 5

Platz 5: Paulo Coelho (angelesen: “Das Handbuch des Kriegers des Lichts”)

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Während sich viele Autoren zum Ziel gesetzt haben, sich eine goldene Nase daran zu verdienen, gute oder schlechte Geschichten unters Volk zu bringen, gibt es da noch einen Menschenschlag, welcher die allumfassende Wahrheit verkünden will, um somit die Welt zu einer besseren, gar einer wunderschönen zu machen, in der sich alle Menschen ganz doll lieb haben und niemand dem anderen etwas böses tut. Alle diese Autoren sind grundsätzlich kritisch zu betrachten, denn die Frage, woher sie diese allumfassende Wahrheit und den Glauben an eine bessere Welt ziehen, bleibt meist offen. Continue reading

Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 6

Platz 6: Theodor Storm (angelesen: “Der Schimmelreiter”)

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Im Deutschunterricht bekommt man sehr viel langweilige Lektüre vor die Nase gesetzt, die angeblich Weltklasse hat und somit zur kanonisierten Literatur gehört. Ich habe mich durch alle Bücher brav hindurchgequält, die ich damals lesen musste, habe nicht einmal vor “Maria Stuart” kapituliert, obwohl dies hart an die Grenze ging. Einzig “Der Schimmelreiter” habe ich, trotz dem es Pflichtlektüre war, niemals komplett gelesen. Theodor Storm schafft es auf ungeahnte Weise, ein Thema, welches zunächst sehr interessant und vielversprechend klingt, in gähnender Langeweile zu verpacken. So findet man in diesem Buch weder die versprochene Mystik, noch einen leichten Grusel, der sich angeblich bei der Lektüre einstellen soll. Nein, hier zieht sich einfach die Handlung wie Kaugummi, dümpelt vor sich hin, ohne dass tatsächlich etwas passiert und die holprige Sprache verhindert, dass man ein Verhältnis zu den Protagonisten aufbauen kann. So ist es einem bei der Lektüre irgendwann schlichtweg egal, wem da eigentlich was passiert und von der Handlung unberührt kann man das Buch zu jedem beliebigen Zeitpunkt aus der Hand legen, ohne Interesse daran zu haben, wie der Plot sich entwickeln wird. Wie bereits erwähnt: Ich habe die Lektüre nach der Hälfte beendet und keinen weiteren Gedanken daran verschwendet, wie sie denn nun ausgehen wird. Für dieses Meisterwerk an gähnender Langeweile, mit dem Generationen von Schülern gequält werden, erhält Theodor Storm den 6. Platz.

Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Interludium

Warum eigentlich “Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren” und nicht “Die Liste der 10 schlechtesten Autoren”? Nun, weil es derer so viele gibt. Der Beruf des Autoren ist nicht geschützt und so darf sich jeder so nennen, der gerne etwas Geschriebenes unters Volk werfen möchte. Findet man keinen Verlag, der die ach so tollen Bücher publizieren will, kann man dies ja einfach selbst tun. Dank moderner Book-on-demand-Verfahren ist die Hürde zur Veröffentlichung so niedrig, dass jeder sich daran versuchen kann. Amazon setzt noch eins darauf, indem man dort auf einfachstem Wege e-books auf den Markt werfen kann, die zwar niemand jemals lesen möchte, die aber dem Verfasser die Möglichkeit bieten, sich stolz “Autor” zu nennen. Ein besonders schönes Beispiel ist Simone Kaplan, die beweist, dass nicht einmal geringe Orthographiekenntnisse notwendig sind, um das Geschreibsel in die Welt zu verstreuen. Wer bei dem wundervollen Werk “Der Horrortrip” einmal einen Blick ins Buch wagt, mag ungefähr ahnen, was sich hinter den anderen 13 Publikationen der Autorin verbirgt.

Möchte man so etwas lesen, kategorisieren oder gar rezensieren? Gewiss nicht! Und so erhält Simone Kaplan von mir stellvertretend für all die anderen Autoren, die hundsmiserabel schreiben und – Gott sei Dank – dabei nicht die geringste Beachtung finden, den ersten Platz in der “Liste der schlechtesten Autoren”. Man kann sicherlich schlechtere Autoren in den weiten dieser Welt finden, aber wer möchte DANACH suchen?

Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 7

Platz 7: Henry Miller (angelesen: Sexus)

978-3-499-23373-9.jpg.487424Auch das Bildungsbürgertum möchte sich gerne manchmal an pornographischen Inhalten erfreuen. Da dies nicht so recht in das Bild passt, welches die Elite von sich vermitteln möchte, greift sie an dieser Stelle gerne auf Bücher zurück, welche natürlich, so die öffentliche Meinung, in keinster Weise als reine Anregung der sexuellen Phantasie verstanden werden dürfen. Nein, Henry Miller ist tief philosophisch zu verstehen, er schreibt keine platten Sexgeschichten, nein, niemals, hier findet der geneigte Leser eine lyrische Sprache, surrealistische Visionen und allertiefste Gedanken. Die Sexgeschichten sind selbstverständlich nur die Oberfläche und wenn man dahinter steigt hat man ganz gewiss mit hoher Literatur zu tun, einige in den Romanen verstreute Signalwörter weisen doch in aller Deutlichkeit darauf hin, dass dies nicht als flache Pornographie zu verstehen ist.
Dazu bleibt mir eigentlich nur eins zu sagen: Pornographische Bücher zu lesen ist zwar nicht anstößig, aber sich damit herauszureden, dass es sich um hohe Literatur handelt, und das bei Büchern wo man innerhalb von 30 Seiten mindestens fünf detaillierte Sex-Szenen findet, ist irgendwie armselig. Dafür erhält Henry Miller von mir den 7. Platz.

Die Liste der 10 überbewertetsten Autoren – Platz 8

Platz 8: Martin Walser (gelesen: “Ein fliehendes Pferd”, angelesen: “Tod eines Kritikers”)

37100Ich habe nicht vor, hier in eine Kerbe zu schlagen, die schon so tief ist, dass man ihren Boden kaum noch ausmachen kann, eher im Gegenteil. In der gymnasialen Oberstufe setzte ich mich im Deutschunterricht ausgiebig mit dem Titel “Ein fliehendes Pferd” auseinander und empfand ihn schon damals als… ganz nett für Zwischendurch. Weder unglaublich gut, noch unsagbar schlecht, sondern eben einfach solides Mittelmaß. Als dann im Jahre 2002 “Tod eines Kritikers” erschien, war ich neugierig auf dieses Buch, schon alleine wegen der harschen Kontroverse, welche darum entbrannt war. Ist dies nun ein antisemitisches Werk, eine persönliche Abrechnung oder doch schlicht eine Kritik am Machtverhältnis im Literaturbetrieb? Continue reading